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Aufklärung zwischen Leibniz und Kant. Eine philosophische Betrachtung
Michael Benedikt
I. Ein Bogen der Aufklärung, von Kant gesehen
Vorliegender Darstellung obliegt es, im Bereich der Philosophie einen Bogen
über mehr als zwei Generationen auseinanderliegenden Philosophierens hinweg
zu spannen, derart, daß beide Pfeiler auf unsere mitteleuropäische
oder ostmitteleuropäische Tradition ein scharfes Licht werfen, das Licht
der Aufklärung.
Aus Kants Repertoire kennen wir Aufklärung aus mehreren Artikeln bzw. Stücken
aus den verschiedenen Kritiken, die nicht für die Schule geschrieben waren,
also eine Sache der Philosophie für Welt sind. Es geht um den Mut, selbst
zu denken, vom Denken ins Erkennen überzugehen, die Engführung des
Erkannten einer Methode der Erweiterung der "anthropologia transcendentalis"
zu unterziehen; zielführend ist weiters, die Klugheit der Interpretation
auch des Gegners, ihn achtend, für dessen eigene Zwecke zu gestalten, das
stets bereite Eintreten für die Gattungsverbindlichkeit trotz eigenen Verzichtes,
die Verteidigung des Gemeinsinnes, an Stelle jedes anderen zu überdenken;
überdies die Obrigkeit als Manifestation des allgemeinen Willens ehrend,
gleichwohl ihre Grenzen an allgemeiner Verfassung im Sinne des Staates als Schutzverband
von Ethnien zu betrachten, schließlich die Konsequenz der Ausdauer und
des Durchsetzungsvermögens im Übergang von kritisierter Doktrin zur
Authentizität durchzustehen. Daß dies die Auseinanderteilung von
Moralnorm und Rechtsnorm, zuletzt ihre weltbürgerliche Vereinbarung miteinschließt,
ist ebenso Voraussetzung wie die Differenzierung von Dynamik und Mechanik und
ihre Wiedervereinigung.
II. Leibniz ineinandergefaltete Betrachtung und die Entwindung der Aufklärung
aus dem Barock
Aus Leibniz´ verstreuten Anmerkungen entnehmen wir erstens, daß
er erleuchtete, aufgeklärte Vernunft, anschauende Intuition als die souveränste,
schwer zu erreichende Einsicht kennt; die Diskursivität mit Methode hingegen
nur als eine weit untergeornete irrtumsfähige Instanz im Vergleich mit
aufsteigender Intelligenz ist Descartessches und Platonisches Erbgut. Von einer
Transformation der Intuition in die Form der Anschauung ist keine Rede. Vor
allem sticht aber seine integrative Tendenz hervor, sowohl in naturwüchsigen,
staatlichen, und theologischen Belangen zu vermitteln. Die perennis philosophia
als Suche nach der Goldader im Geröll, die durchdringende Sicht, in jeder
Position noch ein wahres Goldkorn zu finden, heben ihn als den Vertreter konsequenten
Denkes hervor, was später von Kant als Vernunftansicht des Gemeinsinnes
ausgezeichnet wird.
In diesem Sinn können wir zunächst Leibniz´ Philosophie mit
seinem Spielbein als das einer aufgeklärten Persönlichkeit denken,
in welcher Hinsicht er auch immer mit seinem Standbein mit Vehemenz im Barock
steht. Soviel ich sehe, kommt in Leibniz´ Schriften der Term "Aufklärung"
nicht vor, was eine operative Befassung mit der Bewegung nicht ausschließt.
Drei prägnante Ansätze sind jedoch nicht zu übersehen. Noch bevor
Christian Wolff die Schriften vor der Theodizee und um die Theodizee, also die
Metaphysische Abhandlung und das Neue System der Metaphysik, zusammen mit Leibniz´
naturphilosophischen Schriften, als metaphysica generalis bezeichnet, scholastisch
gesehen als sapientia des ens in genere, hat Leibniz in seinen arcana die ontologischen
Schriften Bacons samt seinem Organon, als solche rezipiert; ebenso ist in den
"arcana" Leibnizens die Diversifikation subjektiv-psychologischer,
objektiv-kosmologischer und transzendent theologischer Relevanz des Schlußgebrauches
operativ eingebunden. Wichtiger als diese von Bacon noch nicht durchentwickelte,
erst von Wolff eingeführte Systematik ist aber folgende, von Kant später
als lex parsimoniae und deren Gegenstück aufgenommene Betrachtung.
Jedes nicht falsifizierte Naturgesetz, ob Feldgleichung, Wirbeltheorie, Gravitation
und Kausalitätsfolge gilt seit Hamilton-Lagrange und eben auch Leibniz
als Modifikation des Extremalen: Mit kleinstem Aufwand die größte
Leistung, besser Wirkung, zu erzielen. Nur eine dem entsprechende Einbindung
macht ein bestimmtes Gesetz erkenntnisfähig. Auf der anderen Seite gilt
es, daß für praktische (also nicht für technische) Intentionen
bei größtem Aufwand, die Gesinnung möge wie immer leicht sein,
erst die kleinste Wirkung der Bonität der Handlungsfolge erreicht werden
kann. Nun war es Leibniz beigekommen, neben seinem Traktat Principes de la Nature
et de la Grâce in einigen Briefwechseln diese beiden Prinzipien zu vereinigen
und sie in der Zentralmonade Gott zu verankern: Eher in Kunst und Emblematik,
in gelungenen Staatskonzeptionen dieser göttlichen Kunst der Gerechtigkeit
war es möglich, die beiden gegenstrebigen Perspektiven zu einer gemeinsamen
Fügung zusammenzubinden. Der menschliche Intellekt, die menschliche Kunst,
sein Produzieren, Handeln und Erkennen sind analog der göttlichen Differenz
von Grund und Existenz (gegenüber dem Verhältnis von Urgrund, Ungrund
und Abgrund in Anbetracht des Chaos) dazu fähig, ein gemeinsames Band in
diese Einheit von Compossiblem einzubringen: Eine Vermittlung, die allem menschlichen
Wirken oder allen Genien zuvor schon die Ordnung der Dinge bestimmt.
Bekanntlich hat Leibniz, wie Hans Heinz Holz, Eric Wolf und andere zeigen, aber
auch eine praktische Philosophie angelegt, welche diese menschliche, wenn hier
noch als abgeleitet betrachte Souveränität so weit zur Emanzipation
bringen, daß des Menschen entsprechender Gegenstand nicht das Wölfische,
vielmehr der Gott sei: iustitia debetur quod homo homini non sit lupus, sed
deus. Michel Serres hat zwanzig Jahre Leibniz-Studium gebraucht, um die erste
naturontologische Darstellung der Pyramide von Ordnungs-Einheit zwischen größter
Wirkung und kleinster Wirkung nicht in der Naturontologie der entsprechenden
Schöpfungen, vielmehr in einem angeblich hermeneutischen Verfahren darzustellen,
demzufolge als Basis die praktische Philosophie nicht eindeutig zuzusprechen
ist. Dagegen haben Vittorio Matthieu, zuvor schon Maurice Blondel und ich selber
einiges an Studien beigebracht, zu zeigen, daß erst die philosophia practica
universalis bloß die andere Pyramide zur Vereinigung jenes vinculum in
vierfacher Form bereitstellt: Als Durchbruch durch die fensterlosen Monaden;
als Angelegenheit der künstlichen Gesellschaft; als Vereinigungsbedingung
friedfertiger Kompossibilität in seiner Spannungsbedingung aufs Optimum
und schließlich als superadditum des direkten Hineinreichens des Menschen
in die innere Ökonomie der Gottheit (iustitia debetur quod homo homini
sit deus). So steht fest, daß jenes vinculum substantiale zumindest die
zweite praktische Pyramide künstlicher Gesellschaften voraussetzt, um die
Vereinbarung zwischen menschlicherem Zulangen und der Hinreichung des Unvordenklichen
zu gewährleisten.
Allerdings hat Leibniz sowohl in seinen Akademieplänen als auch in seinem
Otium Hannoveranum diese spekulativen Betrachtungen gar nicht beansprucht, vielmehr
allem zu Prüfenden die durchaus habsburgische Frage "quoad bonum?"
gestellt. Hier geht es um die anthropologische Fundierung jener drei clandestinen
Hauptperspektiven, hinsichtlich derer Leibniz noch sehr an seiner exoterischen
Naturontologie haftet, wie dies in seinen wenigen Feststellungen zur Anthropologie
zu sehen ist.
Somit bleibt für Leibniz die Spannung der neu erworbenen Ordnung der über
die naturontologischen Voraussetzungen hinweggehenden Fragestellungen mit Bezug
auf das quoad bonum ? das Hauptthema und bleibt enigmatisch, wie auch Blondel
feststellt.
III. Leibniz´ operative Ansicht der Aufklärung
Auf der anderen Seite gilt es, das Gewicht der schon in sich gefalteten lex
pasimoniae besonders darauf zu verlegen, daß, wie gesagt, für praktische
Intentionen bei größtem Aufwand - die Gesinnung möge wie immer
leicht sein - erst die kleinste Wirkung der Bonität der Handlungsfolge
erzielt werden kann.
Somit geht es Leibniz in seinem alternativen praktischen Verfahren eindeutig
darum, die Darstellung der Einheit zwischen größter Wirkung und kleinster
Wirkung nicht in der Naturontologie der entsprechenden kompossiblen, aufs Optimale
angelegten Schöpfungen, vielmehr jetzt in einem hermeneutischen Verfahren
in folgender Konsequenz sehen zu lassen: gerade nicht wird zur Basis einer alternativen
synthetischen Vereinigung die praktische Philosophie vereinnahmt. Gerade nicht
wird ein hermeneutisches Band philosophia practica universalis ersetzen; gerade
nicht wird grâce, also sola gratia, die menschlichen Aktivitäten
in ihr optimum fördern. Gerade nicht wird die Analogie zwischen endlichen
Monaden und unendlicher Monade dialektisch aufgehoben. Und doch stellt Michel
Serres ohne zu zögern, die Strukturentfaltung des vinculum substantiale
als eine eigene Pyramide auf. Das ist ein Widerspruch gegen die Sache und gegenüber
Leibniz. Dagegen haben, wie gesagt, Vittorio Matthieu, Maurice Blondel, Ilja
Prigogine und andere einiges an Studien beigebracht, zu zeigen, daß erst
die philosophia practica universalis, um es nochmals zu betonen, bloß
die andere Pyramide zur Vereinigung jenes vinculum in vierfacher Form bereitstellt:
Als Belange des Durchbruches durch fensterlose Monaden, ohne deren vinculum
substantiale es keine objektive Realität gäbe, sowie Angelegenheit
der Vereinbarung künstlicher Gesellschaften; als Vereinigungsbedingung
friedfertiger Kompossibilität auf ihr optimum hin und schließlich
als superadditum des direkten Hineinreichens des Menschen in die innere Ökonomie
der Gottheit. So steht in dieser vierten Hinsicht fest, daß die Vereinbarung
jener beiden Pyramiden im vinculum substantiale die Restitution eines ehedem
natürlichen Bandes, etwa des Balkens zwischen den beiden ungleichen Gehirnhälften,
jetzt aber unserem alleinigen Werk entzogen ist.
Somit bleibt für Leibniz, wie schon erwähnt, die Spannung der neu
erworbenen Ordnung der über die naturontologischen Voraussetzungen hinweggehenden
Fragestellungen mit Bezug auf das quoad bonum? das habsburgische Hauptthema,
dessen anthropologische Einheit das große Fragezeichen bleibt.
IV. Worin besteht nun die große Leistung Kants, aus heutigem Blickwinkel
gesehen?
1. Die klassische Naturontologie, das ens in genere, einerseits gemäß
Erfahrungsontologie durch metaphysische Deduktion getrennt, anderseits von ihren
Zweigen der metaphysica specialis als vorgeblich konstitutiven Momenten unseres
Erkennens (sei es der Logik der Unwahrheit, sei es derjenigen der Sinnlosigkeit)
in bloße regulative Ideen verwandelt, bilden das schulgemäße
Grundgerüst.
2. Die Frage nach der gewaltigen Transformation zugunsten eines neuen Schubes
erhebt sich: Vom Menschen wird verlangt, wie wir gehört, sein Wissen, auch
das der allgemeinen Ontologie, dessen Begrenzung zu hinterfragen.
3. Anstatt der vorläufigen Duplizität in den vielen Entwürfen
und Vorlesungen ringt Kant sich nunmehr in den 80er Jahren zur Triplizität
von drei Grundfragen des Wissenkönnens, der Handlungsverbindlichkeit, des
Hoffendürfens, durch. Hier liegt auch ein Meisterwerk einer zumindest dreifachen
Zeitsynthesis, die "crux philosophorum" Refl. 5008 XVIII 58, gemäß
Ursprung, Freiheit und Zukunft inmitten der Spannung von entropischem Regressus
und negentropischen Progressus, und das in mehrfacher Hinsicht, vor. Allerdings
steht in Frage, wieso für die beiden konstitutiven Momente der Naturerkenntnis
und der Gesellschaftserkenntnis sehr wohl über das Kritische hinaus noch
die doktrinale Version, der Vereinbarung der jeweils zwei Grundfragen, über
diese hinaus sogar die authentische Konzentration eingeführt wird, für
die Frage des Hoffendürfens jedoch nur zögernd eine entsprechende
Triplizität zugelassen ist.
Auf der anderen Seite hält Kant bis zu seinem opus postumum an einer Duplizität
fest, an die er dem Theoretischen die Naturontologie samt der Teleologie, dem
Praktischen sogar samt der symbolisierenden Ästhetik eine alternative Authentizität
zuteilt. Die Triplizität scheint ein absterbender Ast.
V. Der Brief an
einen Theologen
In Logik, Anthropologie, aber auch in beschränkter Weise schon in der ersten
Kritik präsentiert Kant aber eindeutig Triplizität. Legen wir nun
für Natur- und Gesellschaftsontologie über das doktrinale Geschäft
hinaus noch die Authentizität unabdingbarer Verbindlichkeit, so bleibt
die bloß reflektierende Urteilskraft im Bereich der Verbindung zwischen
Selbstorganisation, auch menschlicher, und ästhetischer Reflexion, auch
der des Erhabenen, im Niemandsland. Allerdings schreibt Kant an Carl Friedrich
Stäudlin am 4. Mai 1793, er hätte sich nun nach dem doktrinalen Geschäft
der Naturontologie ebenso wie dem der Gesellschaftsontologie, zusammen mit der
authentischen Ausführung an dasjenige der dritten Kritik gewandt, ein gänzlich
ungewöhnlicher Gedanke. Gänzlich ungewöhnlich deshalb, weil bislang
Ästhetik in ihrer vierfachen Form und Teleologie in ihrer vierfachen Form
einfach doktrinal nicht zusammenkamen, vielmehr nur im Prüfstand der Reflexion
der Urteilskraft verblieben.
Das Resultat des doktrinalen Fortschrittes, von aller Authentizität abgesehen,
sei aber die "Religion innerhalb der bloßen Vernunft".
VI. Ein Bedenken
Die Struktur der Spannung des alten Gattungswesens der natura in genere ist
aufgehoben. Die Struktur der neuen allgemeinen Wissenschaft als Einheit der
Metaphysiken je verschiedener transzendental fundierter Ontologie besteht in
der Textur zwischen dem in die natura naturans eingebetteten geschichteten Naturell,
was Natur, auch Geschichte aus uns gemacht. Ebenso, und in einem Ausgriff, läßt
sich das anthropologische Wesen aus seinem intelligiblen Charakter, zugleich
Basis für Gesellschaftswissenschaften bzw. Handlungsermöglichung,
nicht abblocken. Intelligibler Charakter, Einheit zwischen individuierendem
transzendendentalen Ideal und Kausalität aus jener Freiheit, die etwas
prinzipiell Neues anzufangen weiß, prägt zugleich Naturell in jenen
eröffnenden empirischen Charakter auch nach seinen relationalen Relevanzen
um; ein Charakter, dessen Verengung und Erweiterung Basis für Geisteswissenschaften
schafft: Verengung, auch bei aller Expansion in Vereinnahmung; Erweiterung,
auch bei aller Abstinenz, im Von-sich-Absehen.
Alte Metaphysik war zwar noch das Ursprüngliche unseres Naturells ohne
Chance ihrer Transformation in empirische Wissenschaften, in empirisches Naturell.
Intelligibler Charakter als Gegenlauf läuft an jenem Naturell in der Dialektik
zwischen Thomas von Aquin und Siger von Brabant, zwischen Aristoteles und Platon
leer, reicht nicht in die Prägung des Empirischen Charakters, nicht in
die Hermeneutiken unserer Geisteswissenschaften. Zugleich ist zu erinnern, daß
gerade im Von-sich-Absehen das Verbindlichste der Hermeneutik im Gewähren-Lassen
der jeweiligen Partnerschaft und somit der Erweiterung nach Kohlberg-Stufen
zu bestehen vermag. Gerade die dem Naturalismus fremden hermeneutischen Perspektiven
lassen aber auch eine Dechiffrierung des empirischen Charakters im Zeichen der
Pragmatik der Vermengung zwischen Vereinnahmung und Von-sich-Absehen im angeblichen
Im-andern-bei-Sich-Sein als Hegelsche Kategorie und deren nachmals reduplizierte
Expansion zu. Phänomenologie des Geistes hat als neuer Umlauf das Erbe
der alten metaphysica generalis angetreten, ist reflektierter Naturalismus.
VII. Beschluß
Einerseits ist metaphysische Deduktion das Degradieren eines Status des ens
in genere in die dreifach distributive Form unter die jeweils verschiedenen
transzendentalen Stufungen. Damit wird der Übergang vom Compossibile ins
Optimum in den Wechselbezug zwischen Minimalerfolg und Maximalerfolg, zwischen
Gesellschafts- und Naturontologie transformiert.
Anderseits gelangt die "anthropologia transcendentalis" in jene Dynamik
des Anderen, die Leibniz schon, von Bacon kommend, zum Kontrast gegen das Wölfische
am Menschen in seine Deifikation verlegt hatte.
Weiters ist die Beziehung des je Anderen auf uns her im Zeichen der Anthropologia
transcendentalis in die metaphysische und theologische Kritik der unterdessen
deifizierten Relationen gerückt, des abstrakten Tausches (in God we trust),
in die Institutionen der Arbeitsteilung (und der invisible hand) und die Fixierung
der Naturwissenschaften in den Bereich des Gestells der Technik.
Erst das Zusammenstimmen
von Teleonomie und ästhetischer Reflexion, ihre Einbindung in anthropologia
transcendentalis, deren Ablösung von Erwartung durch Hoffnung, erlaubt
uns jene Instrumetalisierung der falschen und perversen Formen des Gottesbeweises
deifizierter Relationen. Diese Umkehr könnte uns aber zweierlei gestatten:
Einerseits die Bezwingung der telekommunikativen Entmenschlichung unserer Modalitäten
und Relationen und anderseits das Hinreichen in jene innere Ökonomie des
unvordenklich Vorausgesetzten, das unseres Begleiten für eine auch für
uns relevante homoousie des Geistes bedarf. Andernfalls wir in permanenter Schwebe
zwischen säkularisierter homoiousie und säkularisiertem Pelagianismus
zu stehen kommen. Dies aber gehört zu den arcana der Kantschen authentischen
Einheit von Teleologie und humaner Selbstorganisation sowie Naturschönem
und Kunstästhetik des Schönen und Erhabenen und ist Gegenstand der
Religion innerhalb der Grenzen bloßer Vernunft im Kontrast zum Kanon des
Historischen unseres intelligiblen Charakters. Dieser Kanon kann diskutiert
werden, übersteigt aber unser heutiges Thema.
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