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Hegels Talmi der Wissenschaft der Erfahrung des Bewußtseins in der Enzyklopädie
Michael Benedikt
1. Einführung. Die Immanenz des Bewußtseins
Die Immanenz des für sich Seienden [1]
in Hegels Ansatz ist nach erster Überwindung ontologischer Basis [x],
sodann Interpretationskraft der Säkularisierung [3],
sowie methodischer Zusammenfassung, ebenso wie Folgewirkung den beiden voragehenden
Philosophen des deutschen Idealismus voraus; umso mehr, wenn man Heines Wahrspruch
noch im Ohre hat, daß sich Kant schon in der französischen Revolution,
vielmehr in den folgenden Kriegen in seiner leicht zu verkehrenden Pflichmoral
(selbst in Zeitverschiebung durch Karl Kraus nicht zu rechtfertigende laudatio
heute miteinbezogen) alle nur mögliche Schande zugezogen hatte. Fichtes
Institutionalismus dagegen würde als Schreckgespenst den Deutschen bevorstehen,
Schellings Naturalismus den Deutschen auf die Stufe perversester Barbarei zurückversetzen.
Eigentümlicher Weise bezieht er all dies in seiner "Geschichte der
Religion und Philosophie Deutschlands" weder auf den frühen Marx,
eher auf die Hegelsche Linke und noch nicht auf den ankommenden pragmatisierten
Hegel, also auf die alles weltbürgerlich-Kosmopolitische nivellierende
Selbst-Auserwählung selbst.
1.1. Hegel betritt die akademische Bühne.
Hegels glänzender Abschluß seiner Stuttgarter Gymnasialzeit gab ihm
Ausgangsmöglichkeit im Tübinger Stift zu künftigem Pastoren als
Stipendiat herangebildet zu werden. Zu seiner Zweierbeziehung mit Hölderlin
in einem Zimmer, dann, nach einigen Jahren, im Bund mit dem fünf Jahre
jüngeren genialen Schelling wurde viel diskutiert, geplant, geschrieben.
Allerdings währte die für ein Leben geschlossene Freudschaft unter
dem Zeichen des hen kai pan kein ganzes Leben, zerfiel trotz einiger gemeinsamer
Aktivitäten und gegenseitiger Empfehlungen hie in die Explosion eines Frühreifen,
da in das verunglückte Gewissen nach dem Tod der Geliebten, dem Mißlingen
politischer ebenso wie poetischer Pläne.Dagegen hatte sich der Weltgeist
in den öffentlichen Wirkungskreis Hegels mit Stationen Bern, Jena, Nürnberg,
Bamberg, Heidelberg, konkretisiert, um diesen schließlich als Ordinarius
publicus und Rector in Berlin enden zu lassen, und von aller Welt als der letzte
große deutsche Philosoph, eben als ein Mann von Welt, der sich am Geist
selbst abgearbeitet haabe, gefeiert zu werden.
2. Das Auseinanderbrechen unverbrüchlicher Freundschaft
Mit Schelling ging es anders zu. Wohl hatte auch er anfangs mit einer kurzen
Periode als Hauslehrer zu kämpfen, wurde aber nach Jena zu einem der jüngsten
Professoren berufen, arbeitete zusammen mit Hegel noch an einem philosophischen
Journal, wechselte Briefe und traf sich gelegentlich einmal mit dem sich zurückziehenden
Hölderlin, bevor sich ihre Wege trennten.
Namentlich die beiden aktiveren, Hegel und Schelling, hatten philosophisch einiges
gegeneinander: Da einer vom anderen vorgab, seinen Sinn nicht zu begreifen,
da für den anderen der Ursprung der Identität von Transzendentalphilosophie
und Naturphilosophie) zu dunkel, für den einen die Basis, etwa der sinnlichen
Gewißheit zu schmal war.Immerhin wird auch gelegentlich seitens Hegel
etwa Schellings Freiheitsschrift über den Ursprung des Guten und des Bösen
- trotz dessen von Hegel zunächst als eine tiefgreifende philosophische
Arbeit bezeichnet - dann aber als abgelehnete Transformation der Identität
von Natur und Geist dem Absoluten vorausgesetzeten, allenfalls als seiner Immanenz
vorausgestellten Grund der Einheit eben von Transzendentalem und Natur als konstruierte
Instanz betrachtet. Sonst ging man sich selbst in den berühmten Bädern
aus dem Wege, und war sich nur über Hölderlins tiefes Unglück
eins, ohne zu eruieren, was wohl dessen Grund war.
Erst ein Jahrzehnt nach Hegels Tod nach Berlin berufen, um die Umtriebe der
Schulen des Meisters zurechtzubringen, fand sich Schelling bereit , die immerhin
seit den Stuttgarter Privatvorlesungen des Berliner Meisters System als reinrationale
oder negative Philosophie (zwischen Mythologie und Offenbarung) zu apostrophieren.
So wie sein Vorgänger zunächst enthusiastisch aufgenommen, zuletzt
doch wieder als der Einsame, als der sich auch Hegel vor seiner Thronbesteigung
in Berlin begriff (hatte er doch in Heidelberg nur vier oder fünf Hörer)
und waren Leute von Anstand, Bildung und Herkunft, wie ein baltischer Graf Üxküll
von Gyllenband wenig in der Lage, Hegels schwerfällig schwäbischen
Vorlesungen zu folgen.
Doch jetzt ist auch Schellings Zuhörerschaft in Berlin im Begriff, die
anfangs Engels und Kierkegaard umfaßte, sich im Dreitakt der Philosophie
der Mythologie, der reinrationalen negativen Philosophie und schließlich
der Offenbarung - den Weltaltern parallel - zu verlieren. Sowohl in Hegels Seinslogik
als auch jetzt im Berlin der frühen vierziger Jahre ist, wie ein Schatten
Pindars Hölderlin, der Überlebende, im Rücken der akademischen
Spekulation präsent, wenn auch im Tübinger Turm und nicht ohne Philosophie
zum Poeten und Poetologen herangebildet, all dies als Nachfahr der theologischen
Tübinger Schule, jetzt von einem Schuster betreut, sich anfangs in den
Zustand des Wahnsinns vor den Verfolgungen des Jakobinismus geflüchtet
haben mag; sein Status wurde dann entweder habituell oder aber war schon anfangs
in geistiger Gefahr ohne säkulare Rettung, wenn man die Tübinger Stadtmauer,
den Neckar und die Gänseweiden der Umgebung nicht als diese sieht.
Dennoch hat Rosenzweigs Entdeckung der Urheberschaft des Fragmentes zu Ethik
und Naturphilosophie des Deutschen Idealismus doch Hölderlin als eigentlichen
Inaugurator betrachtet und geraten, als solcher angesehen zu werden
3. Die Eule der Minerva
fliegt weiter
Unter den Hegel-Philologen
herrschnt natürlich nicht die Meinung Üxkülls vor, daß
in Hegels Philosophie weder Empirismus noch Realität abgehandelt werde;
noch auch diejenige F. Fukujamas, daß mit Hegels phänomenologischer,
logischer politischer und Geschichtsphilosophie eben das Ende der Geschichte
eingeläutet sei.
Bevor wir in das Zentrum seines klassischen Werkkatalogs von 1807 stoßen,
die "Wissenschaft der Erfahrung des Bewußtseins", der erste
Name für die "Phänomenologie des Geistes", ist doch die
zweischichtige Jenenser Philosophie, sind ihre Voraussetzungen, zu bedenken:
Einerseits wird hier Logik der zweifach geteilten Realphilosophie entgegengesetzt;
anderseits eine Art Ontologie der Realphilosophie, nämlich die Realphilosophie
und die Philosophie des Geistes. Schon in seiner früheren Zeit als Hofmeister
adeliger oder großbürgerlicher Söhne sei es in Jena oder zuvor
in Bern, zu Zöglingen öffentlicher Bildung und öffentlichen Lebens
angestellt, geht Hegels Interesse aber teils in die Richtung ästhetischer
Kunstbetrachtung, teils in die Theologie [4],
auch vergleichender Religionsgeschichte, last not least in die Thematik der
ständischen, republikanischen, konstitutionellen Politik: Letztere kommt
dann wieder, wie Ilting [5] nachgewiesen hatte,
als republikanische und Verfassungstheoretische Fragestellung in den Vorlesungen
zur Philosophie des Rechtes und des Staates zum Vorschein. An philosophischer
Auseinandersetzung ist uns aus dieser Frühzeit bis nach Jena, wie gesagt,
vielerlei intellektuelle Begegnung mit Fichte, gelegentlich Kant, Schelling,
Reinhold, ebenso wie mit den ästhetischen Schriften Schillers überliefert.
Sowohl Jacques d´Hondt als auch J.-F. Lyotard gehen der Wurzel von Hegels
Interpretation des Judentums als Repräsentanten extremster Heteronomie
und zugleich damit Tötung des Geistes nach, der erstere eher positiv, der
zweite mit großer, wenn nicht endgültiger Reserve besonders in Distanz
gegenüber dem, was auch Hegel als das Erhabene nennt. Fukuyama hingegen
verwendet Hegelschen dialektischen Dreischritt - was immer der Anfang der Unmittelbarkeit
bedeute - , seine republikanischen Konzeptionen der Staatsphilosophie zusammen
mit seinem bekannten - noch von Marx gelobten Interessen für Nationalökonomie
- schließlich die angeblich pragmatische Erfüllung des Ganges des
Geistes in erster monarchischer, und nunmehr auch zweiter konstitutioneller
Welt, sodann schließlich das Konstitutive als im Souverän gespaltener
Riß des Geistes, nach dessen politökonomischer Bezwingung das Ende
der Geschichte, die Rückkehr des Geistes zu sich: Diese Dritte Welt, Resultat
der abstrakt gefassten Welt drei von Hegel, Herbart, Bolzano, Frege bis Popper,
möge sich der vollendeten Geschichte angleichen, die ihrerseits durch besondere
Disziplinen des Philosophischen nunmehr die Resignationen des zum Schluß
gekommenen Willens zur Macht ergreifen lassen. Jedenfalls sticht hervor die
Konkurrenz gegenüber Kants Synthesis a priori, deren Ersetzung6 durch die
zunächst Fichte´sche Identität der Identität und Nichtidentität
miit Bezug auf jegliche "Synthesis a posteriori".
4. Hegels Rezeption der
Naturphilosophie Schellings
Hierbei scheint sich in
der Folge herauszustellen, daß sowohl Hegels Konzept der Logik als auch
seine Kenntnisse der damaligen Feld- und Wärmetheorien - über Mechanik
und Dynamik hinaus - die Anstrengungen Schellings um einiges überstiegen,
wenn sich auch noch nicht die mehrfache Funktion der Schelling´schen Identitätsphilosophie
erwiesen hat. Daß diese jedenfalls, über ihre Erkenntnisaffinität
hinaus, auch zum Entscheidungsträger des im Absoluten, von diesem zwar
zunächst geschiedenen Grund des Seins und der Seinsbestände wird,
ist zu dieser Zeit noch nicht geklärt.
Jedenfalls zeigen schließlich die durch Diderot [7]
beeinflußten Analysen der Gesellschaft des ancien régime eine Zertrümmerung
dieses, zugunsten Hegels Substrat, nun Gattungswesen durch Geist zu ersetzen
auf; eine Perspektive, die sich bei Marx, durch Balzac und vor allem Heine wiederholen
wird, da Genuß und Geist ( gleich wie in einem Versuch, das Schwierige
des Philebos zusammenzudenlken) ambigue verwendet werden.
Gegenüber seinen Vorgängern wird also Hegel die Restauration über
Revolutionen hinweg, als modern angesehen: Demnach entspricht er, gemäß
dem Bedürfnis seiner Zeitnun, vom Joch des Adels befreit, die auch vom
Zeitgenossen Goethe so gelobte Großbürgerschaft eines Lebens des
Gemeinsinns, da eine Nation endlich zum Staate wird ( die vielnationalen Ethnien
und deren Staatsverfassungen außerachtlassend), um eben für jedermann
ein Laben des Genusses einzuleiten. Biedermeier. So gesteht Hegel sich und jedermann
die endlich säkularisierte Welt des Christentums, bürgerlichen Reichtums,
christlich erlaubter Ehe und Staatsgehorsam zu.
Genuß heißt also, abschließend,bei Hegel, Feuerbach und Marx,
je verschieden, Im-Anderen-bei-Sich-Sein, für Hegel die erste Kategorie
statt der Synthesis a priori, für Marx die Basis aller Realdialektik, um
von Feuerbachs abstraktem Ich-Du (als künftigem Gott) zu schweigen. Die
sich abstrakt auflehnenden Mittel des dem liberum arbitrium entzogenen Genusses,
wohl im Umgreifenden des kybernetischen unum argumentum, seiner permanenten
Selbstkorrektur des spiritus malignus eingefaßt, ist zugleich der funktionalisierende
Status des Moralischen abhandengekommen.Damit behauptet nun Hegel, dem Bedürfnis
seiner Zeit, sich der Armut der Philosophie gar nicht mehr so recht schämen
könne, somit seiner Epoche Rechnung getragen zu haben.
5. Von den Jenenser Vorarbeiten zur ,,Phänomenologie"
Einerseits wird hier Logik der zweifach geteilten Realphilosophie entgegengesetzt;
anderseits eine Art Ontologie der Realphilosophie, nämlich die Realphilosophie
und die Philosophie des Geistes. Schon in seiner früheren Zeit als Hofmeister
adeliger oder großbürgerlicher Söhne angestellt, geht Hegels
Interesse aber teils in die Richtung ästhetischer Kunstbetrachtung im Zusammenhang
mit den Voraussetzungen einer auch die teleologische Evolution betreffende Humanökologie,
teils in die Theologie, auch vergleichender Religionsgeschichte, last not least
in die Thematik der ständischen, republikanischen, konstitutionellen Politik:
Letztere kommt dann wieder, womöglich durch Hegels rege Anteilnahme an
der französischen Revolution, wie Ilting nachgewiesen hat, als republikanische
und verfassungstheoretische Fragestellung in den Vorlesunngen zur Philosophie
des Rechtes und des Staates zum Vorschein. An philosophischer Auseinandersetzung
ist uns vielerlei mit Fichte, gelegentlich Kant, Schelling, dessen Naturphilosophie,
Reinhold, ebenso wie mit den ästhetischen Schriften Schillers überliefert.
Fukuyama [8] hat dieser Perspektive, über
Hegels Abschluß der Geschichte, jetzt in God´s own country hinaus,
eine Ergänzung mit Bezug auf die pragmatisch gewordene chinesische Welt
der Ethik [9], ihren Massen-Kapitalismus,
dessen staatlich-demokratisch verordnete Republik, folgen lassen, man wartet
sehnsüchtig auf einen neuen Menschengarten à la Skinner [10]
oder Sloterdijk [11] für die Elendszonen
der zur telekommunikativ vernetzten Metropole gewordenen Vielfalt der Städte.
6. Bruch mit Schellings
Romantik und Mann von Welt
Das mit Schelling herausgegebene
Philosophische Journal, ebenso wie die Differenzschrift von 1801, eher eine
Abrechnung mit Reinholds Rückführung Kantscher synthetischer Einheit
des Selbstbewußtseins auf eine Einheit der handelnden und nach Leibniz
Natur-erkennenden Vorstellungsphilosophie, sollen dagegen, authentischer als
die verkürzte Interpretation Fukuyamas, für Hegel dreierlei Raum schaffen:
Einerseits, wie wir sahen, für eine endgültige Abrechnung mit Kants
Synthesis a priori in das dialektische Verhältnis zwischen allgemeiner
(Leibniz´scher) Analysis oder aristotelischem absoluten Selbstdenken mit
den verschiedenen Weisen der synthesis a posteriori. Anderseits mit einer neuen
Spannung von tautologischem Apriorismus des In-Sich-bei-Sich Seins gegenüber
empirischer Lebenswelt.
Jenenfalls zeigen, drittens, wie schon bemerkt, seine Reduktion, da Substanz
der altehrwürdig ständischen und gemeinschaftlichen Verfaßtheit
des ancien régime nunmehr zum Selbsrbewußtsein der Subjekte, des
Staates als Subjekt wird, da Genuß und Geist [12]
(gleich wie in einem Versuch, das Schwierige des Philebos zusammenzudenken)
ambigue verwendet werden.
Gegenüber seinen Vorgängern wird also Hegel, über seine Restauration
der Revolutionen hinweg, als modern angesehen: Demnach entspricht er, gemäß
dem Bedürfnis seiner Zeit, aus der Revolution entwachsen, aber immerhin
vom Joch des Adels befreit, der auch vom Zeitgenossen von Goethe so gelobte
Großbürgerschaft eines Lebens des Gemeinsinns, da, wie wir oben sahen,
eine Nation endlich zum Staate wird (die vielnationalen Ethnien und deren Staatsverfassungen
außerachtlassend), um eben für jedermann ein Leben des Genusses einzuleiten.
Biedermeier. Zugleich mit horrendem "glänzendem Elend". So gesteht
Hegel sich und jedermann die endlich säkularisierte Welt des Christentums,
bürgerlichen Reichtums, christlich erlaubter Ehe und Staatsgehorsam zu.
Vor allem das letztere, da ihm Staatsverbände, selbst Bündnisse Probleme
aufgeben, die erst später in Durkheims "vinculum sunstantiale"
gelöst werden..
Genuß heißt also, drittens, wie gesagt, bei Hegel, Feuerbach und
Marx, je verschieden, Im-Anderen-bei-Sich-Sein, für Hegel die erste Kategorie
statt der Synthesis a priori. Selbst für Marx war dieses "vinculum"
als das erbindlichste Basis aller Realdialektik, um von Feuerebachs abstraktem
Ich-Du (als künftigem Gott) zu schweigen.
7. Ansätze zur Enzyklopädie
In Stuttgart, Heidelberg
und Nürnberg nun arbeitet Hegel seine dreiteilige enzyklopädische
Philosophie zum Gymnasialgebrauch aus, Voraussetzung sicher für die Überwindung
der Philosophie der Erfahrung des Bewußtseins und seine neue ontologisch-restaurative
Logik, deren Differenzierung in Natur- Geist- und Geschichtsphilosophie.
Alois Dempf hat in seinem letzten Akademievortrag zu München [13]
noch im ersten Drittel der 70er Jahre diesem Entwurf seine Reverenz erwiesen,
ohne allerdings teils die Methodenvielfalt neuer Wissenschaften, teils die Methodeneinheit
Hegels selbst zu differenzieren und zu problematisieren; dies, obwohl er noch
vor seinem Abgang aus München im vollen Wiener Auditorium Maximum Hegel
als den größten "Schuft der Weltgeschichte" bezeichnet
hatte.
Der uns schon bekannte Brief Hegels an Niethammer von 1808 [14],
daß, sei erst einmal der Geist durchgedrungen, die Wirklichkeit nachgebe,
gilt zumindest für das Zyklopische der Enzyklopädie des Meisters nicht.
Dies hat das immer weniger beachtete Werk vom dahingegangenen Walter Schulz:
"Philosophie in der veränderten Welt" [15],
gezeigt.
So beginnt Enzyklopädie mit einer dreiteiligen Logik, als Logik der drei
Stellungen des Gedankens zur Objektivität. und mag als Gerüst Begriff,
Urteil, Schluß, ohne Argumentation mit Sein, organischer Wirklichkeit,
Freiheit logisch in Anschlag bringen.
Der zweite Abschnitt ist Naturphilosophische Realphilosophie. Deren zweiter
Teil stellt sich als Philosophie des subjektiven Geistes, mit Anthropologie,
Phänomenologie und Psychologie des Geistes vor, um die reale Basis grundzulegen,
dem objektiven Geist der Staats- und Rechtsphilosophie seine Fortsetzung zu
garantieren.
Schließlich, wie aus der ersten Phänomenologie bekannt, führt
Hegel mit Ästhetik der Kunstbetrachtung, Religionsphilosophie und Philosophie
des Geistes, den absoluten Geist ein, um diesen als Philosophie der Philosophie
enden und zu sich kommen zu lassen. Ohne säkularisaierte Religion - auch
ohne deren Analyse - geht nämlich schon gar nichts.
8. Schmach der Phänomenologie
Die Schmach der Phänomenologie besteht aber im bloß als Zitat zur
Kenntnis zu nehmenden Distanzierung:
§415 der Enzyklopädie, zweiter Abschnitt des subjektiven Geistes lautet:
"Da Ich für sich nur als formelle Identität ist, so ist die
dialektische Bewegung des Begriffs, die Fortbestimmung des Bewußtseins
, ihm nicht als seine Tätigkeit. sondern sie ist an sich und für dasselbe
Veränderung des Objekts. Das Bewußtsein erscheint daher als verschieden
bestimmt nach der Verschiedenheit des gegebenen Gegenstandes, und seine Fortbildung
Veränderung der Bestimmungen des Objekts. Ich (*Erst ab der 3. Auflage),
das Subjekt des Bewußtseins, ist Denken; die logische Fortbestimmung des
Objekts ist das in Subjekt und Objekt Identische, ihr absoluter Zusammenhang,
dasjenige, wonach das Objekt das Seinige des Subjekts ist."
Die Kantische Philosophie kann am bestimmtesten so betrachtet werden, daß
sie den Geist als Bewußtsein aufgefaßt hat und ganz nur Bestimmungen
der Phänomenologie, nicht der Philosophie derselben enthält. Sie betrachtet
Ich als Beziehung auf ein Jenseitsliegendes, das in seiner abstrakten Bestimmung
das Ding-an-sich heißt; und nur nach dieser Endlichkeit faßt sie
die Intelligenz als auch den Willen. Wenn sie im Begriffe der reflektierenden
Urteilskraft zwar auf die Idee des Geistes, die Subjekt-Objektivität, einen
anschauenden Verstand usf., wie auch auf die Idee der Natur kommt, so wird diese
Idee selbst wieder zu einer Erscheinung, nämlich einer subjektiven Maxime
herabgesetzt (s. § 58 Einl.) Es ist daher für einen richtigen Sinn
dieser Philosophie anzusehen, daß sie von Reinhold als eine Theorie des
Bewußtseins, unter dem Namen Vorstellungsvermögen, aufgefaßt
worden ist. Die Fichtesche Philosophie hat denselben Standpunkt, und Nicht-Ich
ist nur als Gegenstand des Ich , nur im Bewußtsein bestimmt; es bleibt
als unendlicher Anstoß, d. i. als Ding-an-sich. Beide Philosophen zeigen
daher, daß sie nicht zum Begriffe und nicht zum Geiste, wie er an und
für sich ist, sondern nur, wie er in Beziehung auf ein anderes ist, gekommen
sind.
In Beziehung auf Spinozismus ist dagegen zu bemerken, daß der Geist in
dem Urteile, wodurch er sich als Ich, als freie Subjektivität gegen die
Bestimmtheit konstituiert, aus der Substanz, und die Philosophie, indem ihr
dies Urteil absolute Bestimmung des Geistes ist, aus dem Spinozismus heraustritt.[16]"
(Schellings Gegenposition der Identität als Existenz des Grundes und als
Grund der Existenz wird hier im weiteren übergangen, nachgerade seine Darstellung
des cogitare als rem vel aliud cogitare, welches ekstasis voraussetze[17];
dies machte aber die Hegelsche Bestimmung des Ich, sei es für ihn selbst,
sei es in seiner Sicht für Schelling, Fichte oder Kant zunichte. So bleibt
die als bloße Vorstellung oder als deren analytische Einheit gesetzte
Form des Ich bloß der Rückfall Reinholds in die populäre Philosophie
Leibnizens als Basis: Dies bedeutet aber die moderne Übertragung der Bewegung
eines synholon hinsichtlich des Noch-Nicht auf ein Einfaches, dem gegenüber
das in Bewegung Begriffene ein Nicht-Mehr ist. Darüber hinaus ist da als
ein Anderes gesetztes Noch-nicht das andere der Gedankenbewegung des Absoluten
selbst, das aition einer jetzt reduplizierten Form zweifachen Zu-Sich-Kommens
eben nicht mehr ein Werden, vielmehr das Werden zu sich ist, welcher kybernetischen
Ausschaltung des spiritus malignus sich kein Zweifel, keine Ablehnung entziehen
könne.
Wir werden gelegentlich der Diskussion des unum argumentum noch einmal auf die
mehrfache Ausfaltung der dialektischen Gestaltungen in die eine Form und Methode
zurückkommen.
9. Hegels Selbstreduktionismus und Kants Affinitätsgedanke
Hegels Selbstreduktionismus, seine eigene Paralogistik der Sinnreduzierung spricht
zwar, wie gesagt, für sich. Es ist jedoch vornehmlich die ,,ontologische
Wende" zu bedenken, welche eben mit seinen enzyklopädischen Studien
beginnt.
Dagegen ist an Kants elegantere Bestimmung der zweiten Anmerkung zur ästhetischen
Urteilskraft, ihrer "Dialektik"[18]
zu erinnern, da eine zunehmende Konkretion des intelligiblen Substrates eben
mit der variierenden Erfahrungssynthesis eingespielt wird.
Ding -an-sich ist bei Kant gerade eben nicht das statisch vorausgesetzt Gegenüberstehende,
vielmehr Substrat jener Dynamik, welches als intelligibles Substrat zunächst
als unbestimmte (Licht)materie, zumindest Energie, sodann als Bestimmbares fraktaler
Organisationsstrukturen, zuletzt jedoch als wechselweise distributive Transformation
der Selbstbestimmung bzw. deren Von-Sich-Absehen ihre Realität hat.
10. Die Verkehrung
Hegel hat also in diesem § 415 der Enzyklopädie also nicht Kant, dessen
mehrdeutiger Sinn von Phänomenologie anderswo (nämlich in der Vorstrukturierung
der Ersten Kritik als ganzer und in dem analytisch dargelegten Konzept der Modalität
unseres Erfahrungssatzes als solchem) dargelegt ist, getroffen; vielmehr entlarvt
er zumindest sich selbst im Zentralwerk der Phänomenologie des Geistes
als "Wissenschaft der Erfahrung des Bewußtseins" als Schwindler
eines zur Aufsuchung aufgeforderten Kuckuckseies: eine gegenüber seinem
frühen zentralen Werk ebenso wie gegen Kant schäbige und unentschuldbare
Verkehrung.
11. Die Verkehrung seiner Philosophie: Ontologismus und Rückblick
In seinen letzten Vorlesungen zum ontologischen Argument bedient sich überdies
Hegel nochmals der zweifachen gleichsam verqueren Richtungsbestimmung mit Bezug
auf das Zusammenkommen des auf etwas als ein apophantisch bestimmtes anderes
gerichtetes Denken und auf das Zustandekommen jenes Denkens aus der Darstellung
des etwas als etwas. Es ist dies die Grundformel, die Schelling seit seiner
Skizze Philosophie und Religion der Philosophie der Freiheit, einmal als Existenz
des vorausgesetzten Grundes, dann aber als Existenz des sich als ekstatisch
manifestierender Grund für Spekulation hinterfragt und freigegeben hat.
Jetzt wird dies als bloße Manifestation abstrakten Geistes, Hervorgehen
des Hervorgehens gemäß der Vereinnahmung der jeweiligen Gestaltungen,
wird genau in der reductio ad semetipsum die Bedingung des Ungrundes als sich
anmaßender Seinsbestand im Zustand der Perversion der angeblichen Ausscheidung
des spiritus malignus in die pragmatische Welt, als dessen Fürst sich jener
zuletzt nach M. Sgalambro [19] in mehrfacher
Verkehrung herausstellt.
Wozu also die ganze Dynamik? Die ganze Dynamik ist Ausgleich der Verschiedenheit
der Relationen der in den Seinsbeständen Verschiedenen, deren Voraussetzung,
für welche die bloße homoiousie eben nicht zureicht, als Ungrund
der umgekehrten Einheit von logos und pneuma zu bestimmen. Daß diese umgekehrte
Einheit auch die Perversion der sich als Natur-Geschichte, deren Prägung
und empirischen Charakter, zusammen mit dessen Dynamik zu verkehren vermag,
ist dabei offensichtlich in Kauf genommen.
Ob im von sich reinen Urwesen [20] die in
der Potenz des Urgrundes vorgezeichnete Einheit von pneuma und logos als Ungrund
auch eine Möglichkeit des wieder Zurechtbringens des Ungrundes als "sanftes
Gesetz" besteht, ist in diesem Zusammenhang nicht relevant und zu diskutieren.
So hat sich Hegel von Anfang an in zweifacher Dialektik, der des Wechselwirkungsbezuges
und derjenigen der sich in jeglicher Bewegung (als Negation von Negationen)
selbstverwirklichenden Geistes.
Es ist bis zum Überdruß zu wiederholen: Weltschöpfung ist für
ihn nur die Durchbrechung langweiliger Solitude, Ursprung des Bösen ist
die an sich haltende erste Sohnschaft gegenüber der zweiten paulinisch-Hegel´schen,
dem Geist des Im-Anderen-bei-Sich-Seins ergebenen Gemeinde: Gemeinde jetzt Keuschheit
christlich erlaubter Ehe; des Gehorsames dem Staatswesen gegenüber; der
Demut gegenüber dem Überleben der je Mächtigeren, zugleich Auferstehungsfeier
einer dem Staat wie der akademischen Kanzel Oboedienten. Es bedarf, anders wie
in Aristoteles´ Situation einer Ethik für die Polis zugleich zu einer
Politikkonzeption für ein Weltreich umzudeuten [21],
größerer List und Gewalt, Hegels Dialektik aus dem Staatsverband
in eine Weltsituation der Konfoederation oder gar Foederation hineinzuheben.
Es geht einfach nicht.
Daß diese umgekehrte Einheit auch die Perversion der sich als Natur-Geschichte,
deren Prägung und empirischen Charakter, zusammen mit dessen Dynamik zu
verkehren vermag, ist dabei offensichtlich in Kauf genommen.
Ob im von sich reinen Urgrund der Einheit von pneuma und logos als Ungrund auch
eine Möglichkeit des Zurechtbringens des letzteren besteht, ist in diesem
Zusammenhang nicht zu diskutieren. Schon deshalb nicht, weil die neuzeitliche
Idee, daß Weisheit zur Wissenschaft (und deren kybernetischer Anwendung)
tendiert, in Hegel aber, nach seiner Ansicht den Abschluß findet, jedwede
Passage zu Anderem von sich her ausschließt. Hegel ist Nationalphilosophie,
deren Auseinandersetzung mit je anderer Welt heißt Krieg.
Nocheinmal ist hier an Karl Kraus Ode zugunsten Kants "Ewigem Frieden",
dessen Zitat im gleichnamigen Traktat nicht zu finden ist, uns vielmehr in die
Texte jagt,
um die Angelegenheit zu hören zu bekommen, zu erinnern.
[<<]
1. Schon der anfangs gewählte, in der Einleitung wieder aufgenommene Titel
der "Phänomenologie des Geistes" bestimmt der Sache nach, also
die Dialektik der vorüberziehenden Gestalten im Bewußtsein eben die
wissenschaftliche Erfahrung derselben. Gleichwohl dient dieses Verfahren als
Vorbereitung zu jener Logik, welche die kompositive Wende in die Philosophie
der Natur und des Geistes ausmachte. Heidegger hat dies in seinem Aufsatz Hegels
Begriff der Erfahrung. In: Holzwege (GA 5, Frankfurt am Main1977, S. 115 ff.)
und den Vorlesungen zur "Phänomenologie" (GA. 68 Hegel:, 2. Erläuterung
der >>Einleitung<< zu Hegels >>Phänomenologie des Geistes<<
- 1942), Frankfurt am Main 1993, S., 63 ff., vgl ebenso (GA15. Seminare, Frankfurt
am Main 1986, S. 197 ff.) sehr klar herausgezeichnet, damit die in "Identität
und Differenz" vorgebrachte Affinität zu Hegel, auch seinen Abstand
zu ihm, angesprochen.
[<<] 3.
Vgl. z. B. Phänomenologie des Geistes (Meiner-Ausgabe, Hamburg 61952) S.
170.
[<<]
4. Vgl. J. Derrida: Der Geist des
Christentums: G.W.F. Hegel, Der Geist des Christentums und sein Schicksal (1798
- 1800) Frankfurt am Main 1971, S. 274 - 418. Vgl. hierzu a. J.-F. Lyotard:
Heidegger und "die Juden". Dt. Wien 1988.Vgl. ebs. J.F. Lyotard: Streitgespräche
oder: Sprechen nach Auschwitz. Bremen (1982). Ebs. ders.: G.W.F. Hegel: Der
Geist des Christentums. Hg. W. Hamacher Frankfurt am Main 1978, S. 414 ff.
[<<]
5. H. G. Ilting hat
in seinen ausführlichen Studien der Nachschriften vor allem von Hegels
Rechtsphilosophie einen sonst verschlossenen Zugang zum Republikanismus entdeckt,
welcher sowohl an die Berner als auch an die Frankfurter Zeit erinnert. Vgl.
auch Jacques d´Hondt: Hegel sécret. Paris 1968. Vgl. a. M. Benedikt:
Vom Gattungswesen zum Geist. In Philosophische Politik? Wien 1992 S. 94 f.
[<<] 6.
Die Auseinandersetzung mit Diderot bringt Hegel erst ausdrücklicher aus
dem "vorrevolutionären" Gattungswesen in die Identität von
"Geist und Genuß". Vgl. M. Benedikt: Vom Gattungswesen zum Geist.
Metamorphosen beim frühen Hegel und beim jungen Marx. In. Philosophische
Politik? Wien 1992, S. 93 - 120.
[<<] 8.
Francis Fukuyama:
[<<] 9.
Francis Fukuyama:
[<<] 10.
P. F. Skinner: Walden II.
[<<]
11. Peter Sloterdijks Garten
des Da-Seins und der Züchtung (Regeln für den Menschenpark. Ein Antwortschreiben
zum Brief über den Humanismus, Frankfurt am Main 1999) geht bloß
auf Skinners Walden II zurück.
[<<] 12.
Schon der Jenenser Hegel von 1804/05 verwendet Geist und Genuß, hier dem
Philebos folgend, ambigue.Während für Hegel - als Beispiel - die dritte
Stufe des Selbstbewußtseins, das moralische Gewissen (Phänomenologie...,
a.a.0.S. 446) Identität, ob mit oder ohne Anerkennung, ausmacht, so die
0bödienz dem Staat gegenüber bloße Heteronomie, Nichtidentität.
Erst ...,"das Versöhnende Ja, worin beide Ich von ihrem entgegengesetzten
Dasein ablassen" ( a.a.0. 472) bringt sie in "die indiskrete Kontinuität
und Gleichheit des Ich ist Ich" (a.a.0. 472), deren Dasein das Andere der
absoluten Identität, als Vereinnahmung von Spiegelung und Genuß ist.
(a.a.0.)
[<<]13.
Alois Dempf: Die aktuelle Bedeutung einer korrekten Hegel-Interpretation: In
Vortrag in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. München 1971.
[<<]
14. G. W. F. Hegel: Briefe I. Hamburg
31952, S. 251 (v. 28. Okt. 1808).
[<<]
15. Vgl. hierzu u. a. Walter Schulz:
Das Problem der Absoluten Reflexion. Frankfurt am Main 1963, S. 12, 27. Die
größeren Arbeiten von W. Schulz, der den Verfasser 1950 zu Wien vehement
gegen Heidegger mit Bezug auf die Leibniz-Interpretation der Natur-Ontiologie
verteidigt hatte, seien für andere Arbeiten aufgespart.
[<<]
16. Vgl. Hegels Enzyklopädie
der Wissenschaften, ab d. 3,. Aufl. § 415 f.
[<<]
17. Schellings
Alternative des (rem vel aliud) cogitare ergo sum setzt von Anfang an die Umwendung
der zuerst befangenen Urständlichkeit in eine all dem voraus liegende Ek-stasis.
[<<]
18. Vgl. Werke Bd V. a.a.0. ab S. 44 - 48: vom Seinkönnen
zum Sein des sum cogitans liegt die Überquerung des häßlichen
Grabens (V 224) aus der ersten Potenz in die folgende, welche erst das perainon
und dessen vernunftgeleitetes peperasmenon zum Resultat haben wird. Jedenfalls
war Schelling (neben Kant) der derste, welcher das transzendententale Moment
des sog. "Ich" in einem Übersteigen seiner selbst, das "Hinausgehen
des Denkens aus seinem Begriff" (Kant) vorgeschlagen hatte. Kants sukzessive
Konkretisierungsstufen des "Intelligiblen Substrates" sind jedenfalls
von Hegel keineswegs schon als Basis einer neuen Realdialektik des Praktischen
aufgefaßt worden.
[<<] 19.
Manlio Sgalambro: Vom Tod der Sonne. München 1988.
[<<] 20.
Vgl. I. Kant: zu "Urwesen" Kr. d. r. V. B665 u.a.: (Urgrund Kr. d.
pr. V. A 257 bzw. Kr. d. r. V. B 708; Abgrund Kr. d. r. V. B 603 Anm., §
29 d. Kr. d. U.; Ungrund AA. VI 39 Anm., AA. VI 44, sowie AA. VI 26, VI 29.
VIII, 667.)
[<<] 21.
Hegels Distanz gegen den § 57 II. Anm. (in der Enzyklopädie §
415, und Schellings Akzeptanz der Fortentwicklung des intelligiblen Substrats
unserer Erkenntnis sind die Schlüsselstellen der Selbstauflösung des
"absoluten Idealismus").
Die über Schelling hinausgehende Aporie, deren eine Seite Heidegger (GA49
Die Metaphysik des Deutschen Idealismus...) Frankfurt am Main 1991, S. 199 Heidegger
angibt, bleibt ohne "Anthropodizee" bestehen: "Car le rien est
plus simple et plus facile que quelque chose." Doch auch das Gegenteil,
daß das andere (endechomena kai allos echein) komplizierter ist als das
in allem Selbige, kann behauptet werden. Ist dies Nihilismus? Oder führt
uns hier nicht vielmehr der Weg in die gerade durch uns nicht verwirkte Freiheit
ins Unvordenkliche, dessen Ökonomie?
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